Lebensadern der Technik

Moderne Technik kann auf Kabel nicht verzichten. Für praktisch alle Anwendungen sind sie zur Übertragung der elektrischen Energie ein essentieller Bestandteil. Eine Isolierhülle aus Kunststoff schützt die leitende Kupferseele und verhindert Kurzschlüsse bei externen Berührungen. So vielfältig wie die Kabelausführungen, so variantenreich sind auch die Isolierhüllen.
Für die Montage muss diese Schutzhülle aber auf einer bestimmten Länge entfernt werden. Kleine, kompakte Abisoliermaschinen mit vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten bieten dazu dem Anwender eine breite Palette an Anpassungsmöglichkeiten für seine Kabelausführung. Unterschiedliche Messersätze und ein exakt steuerbarer Kleinstantrieb erlauben, unterschiedlichste Kabel wie beispielsweise für die Datenübertragung oder Starkstromversorgung exakt zu konfektionieren.

Kabel kann man heute durchaus als Lebensadern der Technik bezeichnen. Wie im lebenden Gewebe sind auch in der Technik unterschiedliche Querschnitte, von haarfeinen bis mehrere Millimeter starken Leitungen, zu finden. Die Schleuniger AG aus Thun in der Schweiz hat sich auf diese Vielfalt eingestellt und bietet durchdachte Abisoliermaschinen für eine große Bandbreite von Kabelarten und Querschnitten. Um durch „dick und dünn“ exakt zu schneiden, arbeiten sie in der Antriebsfrage mit der Faulhaber-Schwester Minimotor in der Schweiz zusammen. Die kompakten Kleinstmotoren des Antriebsspezialisten stellen die nötigen Kraftreserven für dicke Isolierungen ebenso bereit wie feinfühligen Einsatz, um dünnste Drähte freizulegen.

Präzise Vielfalt

Ein den Ansprüchen der hochentwickelten Automatisierungstechnik genügendes Abisoliergerät zu entwerfen, erfordert langjähriges Know-how. So muss z. B. die Form der unterschiedlichen Kabelarten ebenso berücksichtigt werden wie die Stärke der zu bearbeitenden Leitungen. Je nach Anwenderanforderung bieten die Schweizer Experten hier Geräte für Kabel von 2 bis 9 mm Durchmesser an. Die größere Variante kann sogar Flachkabel bis 11 mm Breite bearbeiten. Je nach Einsatzgebiet kann die Maschine entweder die Isolierung ganz oder nur teilweise abziehen. Selbst Mehrfachabzug, Abzug von Netzkabeln mit unterschiedlichen Längen der Innenleiter oder die stufenweise Ab­­isolierung von Doppelmantel und Koaxial­kabeln ist programmierbar.
Je nach Kabelart kann das Modell CoaxStrip 5300 bis zu 650 Koax-Enden pro Stunde bearbeiten. Das Modell UniStrip 2600 arbeitet in einem ca. 0,6-Sekunden- Zyklus bei 20 mm Abisolierlänge. Bei beiden Modellen ist die Klemmkraft motorisch einstellbar. Eine Liste von 1.000 Kabeln bzw. 100 Kabellisten erlauben eine schnelle Umstellung bei wechselnder Produktion. Auswechselbare Abisoliermesser, eine Absaugung der Isolierabschnitte und andere praxiserprobte Funktionen stehen für eine reibungslose Integration in den bestehenden Automatisierungsbetrieb.

Kompaktantrieb mit Encoder

Die ausgeklügelte Schnitt- und Zugmechanik der Strip-Geräte erfordert ein ebenso ausgeklügeltes Antriebssystem, denn das beste Messer schneidet nur so exakt wie die Hand, die es führt. Aus diesem Grund griffen die Entwickler auf Faulhaber-Motoren zurück. In der breiten Angebots­palette konnten die passenden Antriebssysteme für diesen Einsatz schnell gefunden werden. In beiden Abisoliergeräten arbeiten jeweils drei DC-Kleinstmotoren. Ein Antrieb ist für die Klemmung der Kabel zuständig, ein weiterer bewegt in der Schneideeinheit die Messer auf und zu. Der Dritte im Bunde ist für die geregelte Abzugsbewegung der Isolierhülle verantwortlich. Da diese Antriebe nur zur Einstellung auf neue Kabelarten bzw. nur impulsartig, z. B. für die Abzugsbewegung, in Betrieb sind, ist der Einsatz preiswerter Bürstenmotoren kein Problem. Sie ge­­währleisten einen jahrelangen problemlosen Betrieb. Beim Modell CoaxStrip 5300 kommt für die hier zwingend erforderliche andauernde Rotationsbewegung der Schneideeinheit zusätzlich ein bürs-tenloser DC-Servomotor hinzu. Da dieser Motor außer der Rotorlagerung keine mechanischen Verschleißteile enthält, ist er für den geforderten Dauerbetrieb prädestiniert. Die Lebensdauer beträgt mehr als 10.000 Stunden und erfüllt damit sogar extreme Anforderungen wie einen Rund-um-die-Uhr-Dreischichten-Betrieb.
Alle DC-Motoren sind mit integrierten Encodern ausgestattet. Diese geben ihre Im­­pulse über fertig konfektionierte Flachbandkabel an die geräteinterne Steuerung ab. Um die einzelnen Antriebe zu initialisieren, ist zusätzlich jeder Achse eine Lichtschranke zugeordnet, um den Startpunkt zu definieren. Mit diesen Informationen kann dann die Steuerung über die Motoren die einzelnen Achsen mit hoher Wiederholgenauigkeit exakt auf die jeweils nötige Position verfahren.