"Form follows Function"

Wasser steht für Leben, Erfrischung, Spaß und nicht zuletzt auch für Kunst. Letztere zeigt sich schon im Altertum bei Brunnen, Kaskaden und anderen Wasserspielen. Moderne Technik erlaubt heute, sich die "Wasserkunst" selbst bei vordergründig profanen Dingen wie Armaturen ins Haus zu holen. Statt die Armatur als alleiniges Designobjekt zu betrachten, setzt eine besondere Ausführung auf die Verbindung von Armatur und Wasser. Um das besondere Design zu unterstützen, geht die Bedienung ebenfalls neue Wege in der Hausinstallation. Statt herkömmlicher Handbedienung regeln Kleinmotoren mit Getriebe im Hintergrund unauffällig und wartungsfrei über Jahre den nötigen Wasserstrom zur Armatur.

Ein schnöder Eimer mit Löchern wie auf manchen Campingplätzen funktioniert zwar zum Duschen, ein gediegener Wasserspender dagegen erhöht das Wohlbefinden erheblich. Eine neue Welt erschloss der Armaturenspezialist Hansa aus Stuttgart mit seiner Hansacanyon-Serie. Hier wird das Element Wasser als eigene "Baugruppe" mit in das Design einbezogen. Um die spezielle Gestaltung umsetzen zu können, arbeitet der Hersteller mit dem Kleinmotorenspezialisten FAULHABER aus Schönaich zusammen. Die Antriebe sorgen, im Hintergrund verborgen, für den nötigen präzise geregelten Wasserstrom durch den "Canyon".

Design folgt der Funktion

Wasser ist immer in Bewegung, es fließt mehr oder weniger schnell, bildet selbst in Seen Wellen – es "lebt". Während bisherige Armaturendesigns die Funktion des Wasserspendens nur mehr oder weniger kunstvoll verpacken, ohne auf das Wichtigste, das Wasser einzugehen, verfolgte der Stuttgarter Spezialist andere Wege. Bei der Canyon-Serie für Waschbecken, Dusche und Badewanne wird das Wasser sichtbar mit eingebunden und erhält eine zusätzliche, emotionale Funktion. Diese neue Vorgehensweise wurde auch schon mit Preisen belohnt, so u. a. mit dem "design plus" Award und dem "red dot".
Der Produktname Hansacanyon leitet sich von der Gestaltung der Armatur ab. Da Wasser fließen und sich ausbreiten will, muss es gezielt geführt werden. Eine offene "Wasserrinne" im Boden bildet den wasserführenden Canyon. So ist das Wasser gleich nach Austritt aus der Wand für den Bediener sichtbar und ergießt sich über das Canyonende in einem Bogen in die Tiefe. Erst durch das Wasser selbst ergibt sich die Gesamtwirkung aus statischer Armatur und dynamischem Wasser. Obwohl "Wasser erleben" im Vordergrund steht, geht Hansacanyon dank Wassermengenbegrenzung äußerst sparsam mit dem wertvollen Gut um.
Allerdings kann das Wasser noch erheblich mehr leisten, daher übertrugen ihm die Entwickler eine weitere Aufgabe. Wird landläufig die Wassertemperatur nur durch die Stellung des Reglers mehr oder weniger exakt angezeigt, übernimmt beim Canyon das Wasser selbst diese Funktion. Leuchtdioden koppeln je nach gemessener Temperatur des Wassers blaues "kaltes" oder rotes "warmes" Licht noch in der Wand in den Wasserstrom ein. Das Wasser fungiert als Lichtleiter, ähnlich Glasfasern und transportiert damit die Information über die Temperatur nach außen. Verstärkt wird die Farbwirkung durch eine Glasplatte am Canyonboden. Um diese Funktion ohne störende "Aufbauten" für die Einstellungen in die Badezimmerwand einbinden zu können, wird die Armatur über Tasten vom Bediener geregelt. Die nötige Mischfunktion kalt/warm übernimmt ein Kleinantrieb, der in der Wand oder unter dem Waschtisch versteckt seine Funktion zuverlässig verrichtet.

Klein, leise, langlebig

Um die Armatur universell einsetzen und leicht einbauen zu können, ist der sichtbare Spenderteil für das Wasser getrennt von der Regelung der Temperatur. Bei den unter der Armatur verborgenen mechanischen Mischern verbieten sich massige Komponenten; ein Kleinmotor mit vorgesetzten Getrieben regelt die Kalt/Warm-Verteilung des Wasserstroms nach den Tasten-Vorgaben des Bedieners. Dazu wertet eine Elektronik den Tastendruck aus und gibt ihrerseits elektrische Befehle an den Steuermotor des Mischers. Für den Komfort ist wichtig, dass der Antrieb sehr leise arbeitet, ebenso aber ein hohes Drehmoment schon beim Anlauf und sofortiges Ansprechen auch nach längerem Stillstand hat. Selbstverständlich muss der Antrieb absolut wartungsfrei sein bei hoher Lebensdauer. "Einbauen und vergessen" heißt die Devise, schließlich soll der Canyon über Jahre zuverlässig Wasser führen. Bei nur 22 mm Durchmesser und ca. 4 W Abgabeleistung erreicht der edelmetallkommutierte DC-Motor je nach Vorsatzgetriebe bis zu 1 Nm Drehmoment an der Abtriebswelle, mehr als ausreichend um den Mischer zu bedienen. Die Untersetzungsvielfalt von 19:1 bis 23014:1 für die 22er-Motoren erlaubt eine feine Abstimmung der Abtriebsdrehzahl auf jeden Anwendungszweck.
Modere Kleinantriebe ermöglichen heute Anwendungslösungen, an die vor kurzer Zeit noch niemand dachte. So groß wie die Vielfalt der Kleinmotoren mit ihrem Zubehör, so groß ist auch die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten.
Selbst schwierige Antriebsanforderungen lassen sich mit den heutigen Motoren zuverlässig lösen. Von leicht modifizierten Standardtypen bis hin zu anwendungsspezifisch aufgebauten Antrieben, der Kleinmotorenspezialist findet immer eine passende und kostengünstige Lösung.

Blaues "kaltes" oder rotes "warmes" Licht zeigt die Wassertemperatur an